Dienstag, 14. Juli 2020

30. Tag: Von Oberndorf nach Bad Dürrheim




Oberndorf, liegt oben! Und der Gasthof am Wasserfall liegt noch weiter oben!
Aber schön war´s. Nur die Dusche, eine wahrliche Luxusausgabe, hat meine intellektuellen Fähigkeiten auf eine harte Probe gestellt. Ich bin ja schon oft eingeseift und ratlos unter eine Dusche gestanden. Aber 7 Knöpfe zum Drehen hatte ich noch nie. Irgendwann kam aus 5 Feldern Wasser. Die Heiß/Kalt Feineinstellung habe ich aber  bis zum Schluss nicht so richtig verstanden.


Ein strahlend blauer Morgen, - aber kalt. Der erste Tag der Reise, an dem ich die Ärmlinge rausgesucht habe. Für die Softshell war es zu sonnig. 





Es ist heute Morgen so angenehm zu fahren, so ruhig, so entspannt, dass ich es gar nicht glauben will, dass die diesjährige Tour Morgen zu Ende sein soll.

Kurz hinter Oberndorf steht das Denkmal für die gestorbenen Zwangsarbeiter, die bei Mauser Waffen produzieren mussten.


Das ist das Mindeste, was Oberndorf tun konnte. Dass sich schon 1949 ein Herr Heckler und ein Herr Koch, ehemalige Mauser Mitarbeiter, dran machten eine neue Firma zu gründen, die sich nicht lange damit aufhielten Nähmaschinen zu produzieren und die trotz aller Verbote der Alliierten, wundersamer Weise ganz schnell  mit Franco ins Geschäft kamen und im ehemaligen Lager des "Reichsarbeitsdienstes" mit der Produktion von Waffen begannen, das steht auf einem anderen Blatt. 

Der Abschnitt bis Rottweil gehört bestimmt zu den schönsten Tagesabschnitten, auch wenn es eigentlich die ganze Zeit bergauf ging. 
Dafür gab es immer wieder total schöne und manchmal auch verrückte Bilder.

Unter der Brücke kann man schon das neue Wahrzeichen Rottweils, den Fahrstuhlturm sehen, obwohl der doch "oben" auf einem Felssporn steht.


Dann heißt es Abschied nehmen vom Neckar. Bis Schwenningen werde ich ihn nicht mehr sehen. Kurz vor Rottweil geht es so richtig nach oben. Aber gut machbar. Trotzdem hab ich die Abfahrt vor 2 Jahren, als wir diesen Abschnitt schon mal in umgekehrter Richtung gefahren sind, spaßiger in Erinnerung.


Aber schaut Euch das an! Das ist eine alte Neckarschleife, und das "Umlaufbergle" war in der Schleife drin! Man kann richtig noch sehen, wie der Fluss sich einmal  durch den Muschelkalk gefräst hat und das härtere Gestein, den Umlaufberg stehen ließ.


Erinnerst du die an diese Wegegabelung, Friederike? Da  bist du einfach rechts runter gerast, weil du unbedingt auf den Turm wolltest. 
Auch heute habe ich großzügig darauf verzichtet, den Turm zu besteigen. Mir reichte der Blick aus der Ferne!


Weiß ich doch, von der letzten Neckartour, dass dieser Eindruck so was von trügt! Da kann man nicht einfach mal rüber fahren. Da ist der Neckar dazwischen und zwar mindestens von 3 Seiten.


Rottweil ist beeindruckend, wie immer,


und nach der Altstadt, Radfahrer unfreundlich und nervig, wie gehabt. Erst etwa ab Lauffen geht es wieder ab von den Straßen und über die Felder, aber stetig nach oben. Durch Deißlingens Neubau- und Industriegebiet, kann man mal durchfahren, muss man aber nicht 2x gesehen haben!
Erst ab dem Bahnhof Trossingen wird es wieder beschaulicher. Irgendwo rechts muss sich der kleine Neckar in Erlen versteckt haben. 
In Schwenningen haben sie das Neckarle lange Zeit unter die Erde verbannt. Anlässlich einer Landesgartenschau haben sie ihn dann wieder ausgegraben, renaturiert und einen schönen Radweg daneben gelegt.


Damit es an ein paar Stellen für einen kleinen Tümpel reicht, sind andere Streckenabschnitte fast trocken.

Die Neckarquelle, am Schwenninger Moos ist natürlich reine Inszenierung, "Fake-Quelle", wie bei so vielen Fluss-Ursprüngen.
Trotzdem gönne ich mir einen Kaffee am "Neckar-Ursprung". 
Der "Kampf-Trinker" Stammtisch nebenan  ist auch schon seit einiger Zeit zugange. Kommt ein "Kollege" vorbei:
"Wa, isch? Drenkscht Ois mit?"
"Fürschdaberg?"
"Ond? Em Krankahaus hemers doch au tronka!"
"Do hots nix anders ghet!"
Letztendlich war es dann doch nicht so schwer den Kollegen davon zu überzeugen, dass in der Not der Teufel Fliegen frißt, und der Schlucker auch mal ein Fürstenberg trinkt.

Bis Bad Dürrheim ist es nur noch ein Katzensprung. Um 14:45 bin ich schon in der Pension Gisela.

Und jetzt kommt die Überraschung des Tages (wenn nicht gar der ganzen Reise)
Ratet mal, was ich nach vielem Suchen in meiner Satteltasche gefunden habe!


Genau! Die hatte ich ja auch noch dabei.
Und jetzt kommt´s! ich werde meine Badehose, tatsächlich am Vorabend meiner Rückkehr noch anziehen - und mich im Solemar in die Brühe legen! Das wird meinen Muskeln gut tun! 
Ich habe noch ein Online-Ticket für 17:00-20:00 bekommen! 
Da muss ich mich jetzt langsam "richten"!
Falls ich nachher zu schlapp bin, Morgen kommt dann noch der Abschlussbericht. Dann hoffentlich aus Engen, von unserer Terrasse!
Gehabt´s Euch wohl!


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