Was hilft
mir das Grasen,
wenn d'Sichel nicht schneid't;
was hilft mir das Schätzel,
wenn's bei mir nicht bleibt.
"Da hat derr unbekannte Sängerr ganz rächt, ohne Schätzel ist das Grasen, am Neckar nicht mehr dasselbe. Nurr fragt sich der Leser, welche symbolische Bedeutung kommt der Sichel zu, und der Tatsache dass sie nicht mehr schneidt`? Ist das lyrische Ich zu alt? Kann es seine Sichel nicht mehr schärfen? Wirr wissen es nicht! Aber das Lied macht auch Hoffnung, vergässen wir nicht,
Mein
Schätzel tut springen,
bergauf und bergein,
tut wiederum bringen,
das Goldringlein fein.
bergauf und bergein,
tut wiederum bringen,
das Goldringlein fein.
Das Schätzel ist nicht fürr immär verschwunden, es kommt wieder, springt über Berg und Tal um zurück zu kommen, vorausgesetzt, man hat genug "Goldringlein" in Neckar und Rhein hineingeworfen! Aberr müssen wir uns das Schätzel als eine oberflächliche Person vorstellen, dem mehr an Gold und Ringen gelegen ist, als an dem romantischen Konzept der Liebe? Wie auch immer, das Schätzel kehrt zurück und der geneigte Leser und das Lyrische Ich dieses alten Volksliedes können beruhigt weiter grasen!"
Danke lieber Marcel R-R, für diese tröstlichen Worte.
Der Himmel trägt heute Morgen, dem Anlass entsprechend, grau. Ein böiger Wind fegt durch das enger werdende Neckartal. Zum Glück häufig aus "Westlichen Richtungen", das heißt nicht von vorne.
Das Bild macht schon deutlich, dass die Tage des gemütlichen Flachetappenradelns vorbei sein werden. Das Neckartal windet sich in Schlaufen und wird immer enger.
Kaum Platz für Straße, Bahn und Radweg. Klar, der Radweg muss zuerst weichen - nach oben ausweichen.
Auf den nächsten Kilometern klumpen sich die Burgen nur so. In diesen waldreichen Regionen des Odenwalds konnten die Herrschaften nicht auf üppige Pfründe aus der Landwirtschaft bauen. Da bot es sich geradezu an, die Schiffer mit Zöllen auf dem Neckar zu schröpfen. Dafür wurden sie nicht überfallen. "Schutzgelderpressung" nennt man das heute.
Dies ist eine von vieren im Vierburgeneck.
Bis dahin fährt auch die "Alte Liebe" von Neckargemünd.
Wir waren ziemlich gleich schnell. Hätte es nicht so heftig gewindet, hätte ich wahrscheinlich verstanden, was die Reiseleitung für die 5-6 Passagiere zu erklären hatte. Das sieht noch nicht gut aus, damit kommen doch kaum die Spritkosten rein.
Gestern in Heidelberg - Menschenmassen , wir waren so was von geflasht. Und hier wieder absolute Flaute. Dabei ist heute doch Sonntag. Ein paar Wanderer im 4 Burgen Eck, gut die Gartenlokale in Eberbach waren auch ordentlich besucht und ganz Hirschhorn roch nach gemischtem Braten! Aber kein Vergleich zu Heidelberg!
Eberbach hat eine nette Altstadt. Hirschhorn, "die Perle des Neckartals" auch, aber die Hauptattraktionen scheinen die Wirtschaften, Weinlokale und Eiscafés zu sein.
Nach Hirschhorn stand mal wieder die Entscheidung an, linkes oder rechtes Ufer! Friederike, dir hätte nicht jede meiner Entscheidungen heute gefallen.
Links (damit meine ich "mein Links", meine Fahrtrichtung, nicht Neckar-Links, der Fließrichtung entsprechend) sah es so aus:
Radweg zwar, aber an einer Bundesstraße. Zum Glück ist heute Sonntag. Rechts sah so aus
Sehr schön, mit Hang zur Berg-und Talbahn, und teilweise sehr miesen Wegen, - aber weg vom Verkehr!
Dann wird der Nachmittag doch noch schön, nachdem ein Gewitter über mich hinweg gezogen ist. Kurz vor Neckargerach, meinem heutigen Etappenziel noch ein ganz besonderer Gedenkstein:
"Am 13.September 1821 wurden hier unter einem Birnbaum vom
Blitz getroffen Fidel Dehner, Vater, Johann Dehner, Sohn, Frieder Dehner Sohn,
Jacob Hauth, Hermann Hauth, Ferdinand Ritterburg, reisender Musiker, aus Thanheim
im Hechingenschen und Herrmann Dehner, Sohn, augenblicklich getödtet.
Nicht sowohl um an den schauderlichen Vorfall zu erinnern
als vielmehr um Andere zu warnen, sich nicht einer ähnlichen Gefahr
auszusetzen. Und bei Ungemach Zuflucht unter Bäumen zu nehmen...."
Das werde ich mir zu Herzen nehmen.
Der "Grüne Baum" liegt direkt am Neckar. Der Ort hat nicht viel zu bieten. D.h. 2 schöne Wandervorschläge in die umliegenden Hänge - und vielen Dank!
Ich bin ein wenig herumgelaufen, um zu sehen, ob ich etwas wiedererkenne. Till hatte hier seinen Vorbereitungskurs für sein Ziviles Jahr in Chile. Das katholische Gemeindezentrum habe ich wohl gefunden. Aber sonst...?
So, jetzt ist gut für heute! Jetzt hole ich mir noch ein Feierabendbier, setze mich auf meinen Balkon und mache es wie die Angler - starre auf den Neckar!!
Machet´s guat! M´sieht sich!!
Ach ja, wollte ich schon mal als Zwischenfazit loswerden. Die bisher freundlichsten Mitmenschen auf der Tour waren eindeutig die Pfälzer. Freundlich grüßend und immer ein Scherz auf Lager. 2.Platz die Franken, etwas schwerer verständlich, aber auch sehr freundlich. Der Schwabe, seit Eberbach bin ich wieder im Ländle - grüßt grundsätzlich nicht. "Net bruddelt isch gnug globt!" - Mal sehen wie es weiter geht.
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