"...und am siebten Tage sollst du baden", .....Jaaaa das hab ich gemacht! Juhu! St. Agatha heißt der kleine Badesee, hinter Riederburg, genau passend zur Mittagspause. Juhuuu!
Der Tag hat mit einem opulenten Frühstück beim Carlbauer angefangen, die anfänglichen Wolken haben sich verzogen und die Radelstrecke entlang der Altmühl und immer wieder dem Main-Donau Kanal war durchgängig eben. Herrliche Ausblicke aufs Wasser und in kleine bayrische Dörfchen:
Hier die Holzbrücke "Tatzlwurm" über den Mai-Donau-Kanal bei Essing
193 m lang (zweitlängste Europas)
Blick von der Brücke: unten sieht man unsere Fahrräder und den Manne Taichi machen.
Dann kamen wir an die Schleuse, wo wir vor 36 Jahren schon einmal waren:
Und ziemlich genau sind wir bei km 400
Und jetzt ich:
Puh, nicht leicht, sich heute Abend noch an den Blog zu machen. Das deftige bayrische Essen nimmt koa end! Lecker, lecker, aber... Zum Schreiben habe ich mich auf die Terrasse der "Blauen Traube" verzogen, über mir, ganz hoch über mir, im blauesten bayrischen Himmel- komplett ohne Weiß - die Schwalben. Die Luft ist mild.
"Und es ist Sommer" - Endlich. Nach einer sehr durchwachsenen Woche! Das ist doch ein neues Gedicht wert:
Erich Kästner
Der Juni
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Die Zeit
geht mit der Zeit: Sie fliegt.
Kaum schrieb man sechs Gedichte, ist schon ein halbes Jahr herum und fühlt sich als Geschichte.
Die
Kirschen werden reif und rot,
die süßen wie die sauern. Auf zartes Laub fällt Staub, fällt Staub, so sehr wir es bedauern.
Aus Gras
wird Heu. Aus Obst Kompott.
Aus Herrlichkeit wird Nahrung. Aus manchem, was das Herz erfuhr, wird, bestenfalls, Erfahrung.
Es wird
und war. Es war und wird.
Aus Kälbern werden Rinder und, weil's zur Jahreszeit gehört, aus Küssen kleine Kinder.
Die Vögel
füttern ihre Brut
und singen nur noch selten. So ist's bestellt in unsrer Welt, der besten aller Welten.
Spät tritt
der Abend in den Park,
mit Sternen auf der Weste. Glühwürmchen ziehn mit Lampions zu einem Gartenfeste.
Dort wird
getrunken und gelacht.
In vorgerückter Stunde tanzt dann der Abend mit der Nacht die kurze Ehrenrunde.
Am letzten
Tische streiten sich
ein Heide und ein Frommer, ob's Wunder oder keine gibt
Und nächstens wird es Sommer.
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Im Biergarten der "Blauen Traube" wird auch noch getrunken und gelacht.
Aber jetzt erst einmal von Anfang an.
Die Befreiungshalle dreut noch immer oben über Kelheim, gleich werden wir sie links liegen lassen. Da hat der Ludwig I einen gewaltigen Eimer in die Landschaft gesetzt. Befreiung vom Joch Napoleons! Moment mal, habe ich das noch richtig vom Geschichtsunterricht in Erinnerung? Der Ludwig, der Kieni, war doch überhaupt erst durch Napis Gnaden König geworden. Aber vielleicht hat das ja besonders gewurmt. Und ganz unrecht hatte man ja nicht, sich über die Befreiung von Napoleon zu freuen, schließlich sind nicht wenige "Landeskinder" in Russland jämmerlich umgekommen.
Und dann das Altmühltal, mit seinen etwas verwirrenden Wasserläufen. Manchmal ist es die Altmühl
Manchmal der "Alte Kanal"
Das ist eine der Schleusen, die noch erhalten geblieben sind, nachdem die "Wasserautobahn" "Neuer Kanal", ungeachtet aller Naturschutzgebiete durch das Tal geklotzt wurde.
"So umstritten der Kanal sein mag, aber er hat auch sein Pro. Sagt Ihnen das Wort 'mäandern' etwas? Mäandern, das ist eine Naturschlamperei. Diese Altmühl, die mäandert. Und drum wird sie jetzt begradigt. Und weil sie immer sagen, diese Naturapostel da, dass Frösche aussterben, Vögel. Dass aber andere Tierarten nachrücken, das sagen sie nicht. Schauen Sie, der Kanalratz, die Kanalratte, nur an Kanälen anzutreffen!"
Gerhard Polt in der 'Scheibenwischer'-Sendung (ARD) vom 14. 1. 1982
Das ist eines der "Franz-Josef Strauß- Gedächtnis-Monumente"
Und nun die Preisfrage! Was haben der Alte und der Neue Kanal gemeinsam?
Sie sind so sinnlos wie ein Kropf, wie der Bayer sagt!
Na ja, zu Ehren des Alten Kanals muss gesagt werden, dass er "Stücker 20 Jahre" sogar profitabel war, bis die Eisenbahn kam, dann war Schluss.
Die Franz-Josef- Wasser-Autobahn war nie rentabel, und hat nur schlappe 4,3 Milliarden DM gekostet.
Aber ich habe heute einen Lastkahn gesehen, echt jetzt!
Von den vielen wunderschönen Burgen, Klöstern, Schlössern links und rechts des Tales habe ich jede Menge Bilder gemacht, es war einfach nur schön, aber ich will Euch nicht langweilen,daher nur eines -exemplarisch
Berching unser heutiges Etappenziel ist ein ausnehmend schönes Städtchen.
Wenn Ihr mich gestern gefragt hätte, welches der "Große Sohn" von Berching ist? Keinen Schimmer!
Christoph Willibald Gluck ist in einem Forsthaus gleich bei Berching geboren.
Da sage noch einmal jemand, das Reisen nicht bildet!!
Und nicht minder das Lesen unseres Blogs!
So, jetzt klappe ich meinen Liegestuhl nach hinten, und schaue den Schwalben zu und warte auf die ersten Sterne um Mitsommernacht.
Gehabt´s Euch wohl!! Bis Morgen
Und ich bin wieder auf dem Laufenden!
AntwortenLöschenBin mal gespannt, wie nahe Ihr an Limbach vorbeiradelt.
LG
Margit
Oh, was für ein treffendes Gedicht vom Erich. Im selben Blog mit Gluck und Polt, das würde ihn sicher freuen :-) Danke, Ihr zwei Lieben! Carsten
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