Samstag, 20. Juni 2020

6.Tag: Von Neuburg nach Kelheim


die Karte

Die heutige Karte ist nicht ganz korrekt. Von der Weltenburg sind wir mit dem Schiff durch den Donaudurchbruch gefahren. Das muss man vom Wasser aus gesehen haben. Doch da streikte Google Maps.

Doch von Anfang an:


Neuburg an der Donau hat sich als Zwischenstopp gelohnt. Das Gasthaus Pafflinger war urig, auch wenn wir beide den ganzen Tag den Grillgeruch nicht aus der Nase bekommen haben oder aus den Kleidern? Ganz sicher hing mir mein Abendessen, "Check the Ripperl" noch extrem in den Waden. Die Portion war einfach zu gewaltig. Aber eigentlich hätte ich das wissen müssen.
Uralte Regel: "Finger weg von schlechten Wortspielen!" das gilt für Friseursalons (Hairlich), Getränkeausgabeeinrichtungen (Wunderbar), wie offensichtlich auch für Speisekarten.
Bis Ingolstadt half der ganze Rückenwind nichts!


Ingolstadt, ein Stadtor. 
Ingolstadt, die Stadt der Schanzer, - die Festung Ingolstadt, die von den Schanzer gebaut wurde, war wie viele der Anlagen, z.B., die von Ulm ,  im 19.Jahrhundert sowas von sinnlos, weder das Königreich Bayern, noch das Königreich Württemberg hatten eigentlich keine wirklichen Aussengrenzen mehr, die solche Befestigungsanlagen gebraucht hätten, doch dafür haben sie gewaltig rumgeschanzt:


Ingolstadt, die Stadt von Marieluise Fleißer, "Fegefeuer in Ingolstadt" 

und natürlich die Pioniere! 


Auweia, wie ging die Zeit doch über diese Art von "Realismus" -  hinweg. 
"Unterpriviligierte" sind tendenziell "unterbemittelt", zumindest reden sie so. Die Theorie dazu hieß mal "restringierte Codes". die erklärte, warum  Looser eben Looser bleiben. 
Da kann die Marialuise nichts dafür, das haben ihre Verehrer der 60er und 70er Jahre verbockt.

Nach Ingolstadt beginnt ein herrlicher Dammradeltag. Links der Donau, dann bei Großmehring über die Brücke, und dann immer auf dem Damm auf der rechten Seite. Bis Vohburg.


Netter Ort. Mittagspause.

Dann die "alte Donau" ein Altarmsystem mit Überschwemmungsgebieten.



Bis Sittling läuft alles perfekt. Doch dann ist der Weg entlang der Donau überschwemmt. Die Regenfälle der letzten Tage haben den Fluss ganz schön anschwellen lassen. Doch über ein kleines Sträßchen und einen, nicht ganz so kleinen Hügel kommen wir bis zur Weltenburg.
Und Friederike ist im Glück.


Das Kloster Weltenburg ist immer einen Besuch wert. 

Die Klosterkirche,  von den Asambrüdern, ist schon eine heftige Veranstaltung. Es gibt ein Bild, das mich besonders beschäftigt hat.


Die hl. Jungfrau fährt auf einem Segelschiff, - logischerweise der "Santa Maria"  in die "Neue Welt", wo 



die armen, arglosen Indios schon  auf sie gewartet haben!

Aber jetzt genug der unerquicklichen Geschichten.

Jetzt Du Frieda:


So einiges lädt einen unterwegs ein:

leider hatte Manne geschlossen.
Wie übrigens doch vieles geschlossen hat. 
Teilweise liegt es am Wetter, vielleicht auch weil keine Ferien sind, aber oft liegt es auch an den Corona Schutzmaßnahmen. Auch wenn man sich inzwischen fast daran gewöhnt hat, alle Leute haben Mundschutz an, in den Restaurants ist jeder zweite Tisch gesperrt, die Kellnerinnen lächeln hinter der Maske und bemühen sich noch mehr als sonst um eine gute Stimmung. Man muss überall Namen und Telefonnummern hinterlassen, ich frage mich was mit all diesen Zetteln passiert. Und beim Durchfahren durch diese kleinen Dörfer und Städte fällt auf, dass kein Flohmarkt beworben, kein Dorffest vorbereitet, kein Feierabendhock in der Sportgaststätte stattfindet. Es ist ungewohnt still. Es sind auch nicht sehr viele Fernradler unterwegs, aber dafür ist wahrscheinlich auch noch nicht richtig Saison. 
Aber heute haben wir viele Leute gesehen, auf der Weltenburg war echt was los, tatsächlich hat man auch ein paar andere Sprachen gehört.

Von der Weltenburg steigen wir auf das Schiff um. Immer hin sind wir schon 70 km gefahren. 
Ist bequemer als uns über den Berg zu quälen und es ist eindeutig schöner, spektakulär!
Hier noch der Blick zurück auf die Weltenburg:




Der Donaudurchbruch ist wirklich spektakulär





Und dann noch die Max und Moritz Felsen. Oder heißen die etwa doch Nico und Freddy Felsen?




Ein wunderschöner Radeltag,  


allerdings viel Matsch und Pfützen- mein Fahrrad, die Taschen und ich sahen aus wie die Sau.
Aber wieder einmal hatten wir großes Wetterglück: Als wir bei Schni-po-sa sitzen, und Manne das leckere Bier des Brauhauses Frischeisen süffelt, da erst fängt es an zu regnen.

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