die Karte
Siebenschläfer war für mich ein 10 Punkte Tag. 62 km gefahren, die waren harmlos und bis auf einen kleinen sehr fiesen Anstieg super zu fahren.
Der Tag begann mit einer kleinen Rundfahrt durch die Gärten der Würzburger Residenz,
wie kann ein Tag besser beginnen?
Und dann sind wir auf einem schönen Radweg durch eine großangelegte Parklandschaft aus Würzburg hinausgeradelt. Schöner alter Baumbestand! Wir sind Samstagsradlern und Joggern, auch ein paar Radgruppen und einigen Anglern begegnet. Auch auf dem Wasser war ein bisschen was los: Stand up Paddler, Väter und Kinder in aufblasbaren Bötchen und sogar ein Ausflugsschiff:
"Die alte Liebe":
Und kaum waren wir richtig eingefahren, die müden Beine so ganz allmählich entspannt, da lädt uns der Main schon wieder zum verweilen: Bade-und Taichi-Pause
Der Main hat wenig Strömung hier und doch hab ich mich ein bisschen verschätzt beim Flußabwärtsschwimmen (in der Richtung war die Landschaft einfach schöner). Manne dachte schon ich komm gleich auf dem Radweg hochgelaufen. Aber nein, das war halt ein sehr ausgiebiges Flußbad. Und bestimmt hatte es 21-22 Grad.
Und um den Tag perfekt zu machen, saß plötzlich eine alte Frau in einem Gartentörchen am Radweg und hat Kirschen verkauft. Das war ein bisschen wie im Märchen: die 11 Uhr Kirschen.
Dass es später dann gewittert hat, und dass wir nass geworden sind, das ist Nebensache.
Und von wem die Silvaner, die ich die letzten beiden Tage getrunken habe, tatsächlich sind, weiß ich nicht, immer aus der Region und immer hervorragend. Aber ich bin dabei, ihr Winzerinnen:
Also gut, jetzt also ich:
Heute Morgen, konnten wir den Irrtum von gestern korrigieren. Oben die Residenz, hier noch einmal die Festung beim Rausfahren.
Kann man doch ganz gut auseinander halten!
Es war wirklich ein sehr angenehmer Radeltag. Eher unspektakulär. Nette kleine Orte. Aber nicht so,
dass man unbedingt vom Rad absteigen und in die fußläufige Besichtigung umsteigen musste.
Mal eine Burg (Karlburg?), mal ein Städtchen mit Stadtmauer.
Karlstadt.
Himmelstadt war auch ganz nett. Da gab es sogar eine Art Briefmarkenmuseum zum Durchfahren. Das wird daran liegen, dass viele Briefe mit Wunschzetteln nach Himmelstadt geschickt werden und man dort sich eine veritable Briefmarkensammlung zugelegt hat.
Ok. Dann noch der 50. Breitengrad.
Was liegt noch auf dem 50° Breitengrad? Gerade so mal eben Prag, im Westen geht er durch den Ärmelkanal und in Kanada liegt Campbell River und ganz knapp daneben, Winnipeg.
Wie gesagt, so richtig spektakuläres gibt es von dieser Strecke nicht zu berichten. Was sehr schön ist!
Ab Karlstadt haben wir uns ein Rennen mit einer Gewitterfront geliefert, welches knapp zu Gunsten des Regens ausging. Dabei sind wir noch gut weg gekommen, sie hat uns nur am Rande, mit etwas Hagel gestreift. Danach wurde es bald wieder warm.
Lohr, unsere heutige Etappenstadt, nennt sich das "Tor zum Spessart" und die "Schneewittchenstadt".
Ersteres mit einiger Berechtigung, letzteres ist ein recht frecher Marketing-Gag.
Lohr ist ist trotzdem ein sehenswertes Städtchen.
St. Michael ist denkmalgeschützt, wegen ihres romanischen Ursprungs. Innen hat man sich riemenschneidernd anfang des 20.Jahrhunderts in die Vergangenheit geträumt.
Verrückt jedoch die Kapelle nebenan. Hier kann man ohne jede Vorankündigung die Figurengruppen und Utensilien für die Karfreitagsprozession anschauen, die wohl jedes Jahr in Lohr abgehalten wird.
Aber ganz ehrlich, was hat olle Jonas im Walfischmaul auf einer Karfreitagsprozession zu suchen?
Mal abgesehen davon, dass es die coolste Figur der ganzen Prozession ist.
Warum Jonas bei einer Karfreitagsprozession auftaucht, liegt wahrscheinlich an den üblichen Parallelisierungen zwischen AT und NT und steht für die "Auferstehung" - Ansonsten müsst Ihr die Lohrer Feuerwehr fragen, die den Walfisch durch den Ort trägt.
Lohr hat die älteste Karfreitagsprozession in Deutschland, sie geht bis in den 30jährigen Krieg zurück.
Wir haben gut gegessen! Es gab lecker Lohrer "Keiler"-Bier.
Da kommt mir doch noch einmal Friedrich Rückert in den Sinn, Ihr wisst schon der aus Schweinfurt, die alte Staubbacke. Inzwischen habe ich alle meine Vorurteile abgelegt. So langsam mag ich ihn:
Und als ich durch den Spessart ging,
Dacht ich an alte Zeiten;
Da rauschte in dem Busch ein Ding,
Ich dachte, was wird´s bedeuten?
Es wird ein alter Deutscher sein!
Da kam heraus ein alt wild Schwein.
Dacht ich an alte Zeiten;
Da rauschte in dem Busch ein Ding,
Ich dachte, was wird´s bedeuten?
Es wird ein alter Deutscher sein!
Da kam heraus ein alt wild Schwein.
Ich wünsch Euch eine geruhsame Nacht! Und Werder Bremen erfolgreiche Relegationsspiele!
PS: Was ich mir merken muss!
Kirschen und türkischer Eistee,- das geht gar nicht. Sollte man bei ausgedehnten Freizeitaktivitäten meiden!!!
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