die Karte
Die 12. Etappe unserer diesjährigen Reise, wird in die Annalen als die Etappe der großen Irrtümer eingehen.
1. Irrtum: Dies war ein sehr gravierender, den ich schon beim Planen begangen habe. Normalerweise checke ich "Naviki", "Teasi", "Bikeline" und Karten jeweils gegen. Für diese Etappe ist mir ein grober Fehler unterlaufen. Alle bis auf Bikeline (den ich nicht wirklich zur Kenntnis genommen haben), haben die heutige Etappe mit 45-65 km ausgewiesen. Alles cool! So möchten wir das haben.
Doch als ich vorgestern erstmals den Mainradführer genauer angeschaut habe, wurde mir leicht blümerant. Fährt man den Main von Schweinfurt bis Würzburg immer brav auf dem Mainradweg ab, dann sind das 90 km, verdammt! So sehen normalerweise unsere Etappen nicht aus! Das birgt Konfliktpotential. Friederike, die Verfechterin romantischer Uferradwege- und ich der Verfechter von pragmatischen Lösungen, die auch mal einen Tick weniger romantisch sein dürfen, dafür aber zügig ans Ziel führen.
Kurz hinter Schweinfurt, der erste Wegweiser, Würzburg 45 km! Klar, das geht gar nicht. Die Strecke geht quer rüber und schneidet alle Main Kringel rigoros ab!
Also suchen wir den Kompromiss. Erst mal den Main entlang, und wenn es keine Alternativen gibt, können wir ja immer noch in Ochsenfurt, nach 62 km Strecke, in die S-Bahnsteigen und bei den letzten 30 km schummeln.
Und in der Tat, es gibt Abschnitte am Mainradweg, die haben einen hohen "Robbenbaby-Faktor" sehr nette Dörfer, Weinberge
Aber auch, Rübenfelder, Maisfelder, Sojafelder, Rübenfelder, Maisfelder, Sojafelder und vom Main keine Spur.
Dann wird es an der Mainschleife bei Volkach doch wieder schön.
Eine schnuckelige Fähre bei Obereisenheim und nette Radwege entlang des Mains.
Nach Volkach, sollen wir vom Main weg. Die "Wasserpolizei" verbietet ausdrücklich das Benutzen den Treidelpfades entlang des Flusses, der hier ein heftiges Betonkorsett erhalten hat.
Doch zum Glück heizen ein paar sportive Mountainbiker an uns vorbei in den "verbotenen Abschnitt", und winken uns. Also gut, hinterher, wen interessieren schon blöde Schilder!
Das war dann der schönste Radabschnitt am Main. Bei Schwarzach geht es wieder über die Brücke auf die andere Seite und das war es dann auch mit gemütlichem Flussradeln. Es geht ganz schön über eine Kuppe, entlang irgendeiner Bundesstraße. Bei Dettelbach,Mittagspause. Inzwischen sind wir 40 km gefahren. Hier geht ein Radweg nach Würzburg ab. Noch 20 km! Aber, das ist auch klar, das ist mit einer kleinen Bergetappe verbunden. Aber so romantisch waren die letzten Kilometer auch nicht. Also auffi!
Und siehe da! Die Bergroute hat auch ihre Reize. Vor allem geht es sehr angenehm nach oben. Das lässt sich fahren - auch wenn es inzwischen richtig, richtig heiß geworden ist. 9 km nach oben. 11km knackig bergab! Das war´s. Puh, noch einmal gut gegangen. 15:00 in Würzburg. Zeit genug für eine interessante Stadt.
Jede Menge Kirchen. Aber natürlich will ich das Lusamgärtchen sehen. Das "Grabmal" von Walter von der Vogelweide.
Das sieht jetzt romantischer aus, als es wirklich war. Das Grabmal ist ein moderner Klotz
Schön immerhin, die vier Mulden mit Vogelfutter und Wasser. Das hat sich der Walter gewünscht, dass auf seinem Grabe, die Vöglein immer etwas zu essen finden. Doch die Stimmung im Lusamgärtlein ist trotzdem etwas triste. Es ist der Treffpunkt eines Altersheims in der Nähe. Das zieht etwas runter.
Aber trotzdem das Gedicht des Tages
Ich saz ûf eime steine
und dahte bein mit beine:
dar ûf satzt ich den ellenbogen:
ich hete in mîne hant gesmogen
daz kinne und ein mîn wange.
dó dâhte ich mir vil ange,
wie man zer welte solte leben.
deheinen rât kond ich gegeben,
wie man driu dinc erwurbe,
der keines niht verdurbe.
diu zwei sint êre und varnde guot,
daz dicke ein ander schaden tuot:
daz dritte ist gotes hulde,
der zweier übergulde.
diu wolte ich gerne in einen schrîn.
jâ leider desn mac niht gesîn,
daz guot und weltich êre
und gotes hulde mêre
zesamene in ein herze komen.
stîg unde wege sint in benomen:
untriuwe ist in der sâze,
gewalt vert ûf der strâze:
fride unde reht sint sêre wunt.
diu driu enhabent geleites niht,
diu zwei enwerden ê gesunt.
Ich saß auf einem Steine
frieda: Ja da sitzt er ja!
Natürlich haben wir den Dom und Neumünster und die Marienkapelle angeschaut
Würzburg lässt sich einfach nicht an einem Nachmittag abhaken.
Eine kleine Geschichte hat mir besonders gut gefallen. In der Marienkapelle ist ein Schrein, von Macarios dem Schotten. Der ist berühmt geworden für sein "Weinwunder". Nun sollte man glauben, er habe es dem Herrn bei der Hochzeit zu Kanaan nachgemacht. Weit gefehlt. Er war überzeugter Antialkoholiker und trank nie Wein. Der Herr hat im den Gefallen getan und seinen Wein im Glas in Wasser verwandelt! Auch nicht schlecht, oder?
So und jetzt noch der 2.Irrtum des Tages:
Ich war schon immer der Meinung, dass die prächtige Burg oben über den Weinbergen, die berühmte Fürstbischöfliche Residenz sei, mit der Weltkulturerbetreppe von Balthasar Neumann. Wann immer ich auf der Autobahn nach Berlin gefahren bin. habe ich mir geschworen, diese schöne Burg mal zu besuchen. Also asten wir die vielen Treppen nach oben.
Und ein prächtiger Ausblick auf die Stadt. Aber da!! Die Residenz liegt unten, der große Palast hinten rechts! Das ist die Residenz. Wir sind auf der Festung Marienberg! Dumm gelaufen!
War trotzdem schön!
So und jetzt ist Frieda dran!
frieda: Ja die Strecke war eine Überraschung, statt romantischem Flußradeln gab's asphaltierte Radwege, topfeben, auf denen man super schnell fahren konnte. Das macht auch Spaß, wenn man durch geniales Hin-und Herschalten in den oberen vier Gängen mit 20-25 Km/h dahinradeln kann. Also 25, wenn' auch ganz leicht bergab geht, ja klar.
Lange habe ich aber gehofft und mich gegen den Manne durchgesetzt: Nein, wir kürzen nicht ab, wir radeln den Mainweg ab. Aber dann war der Main so lange und so weit weg... siehe oben,sind wir den Radweg nach Würzburg gefahren. Es war mega-heiß! Und wir hatten kein Wasser mehr!
Und an der höchsten Stelle kam ein Biobauernhof mit einem Laden, gibt's da was zu trinken?
Eigentlich nicht, Erdbeersecco, Apfelsaft, viel Leckeres zu essen, aber alles in großen Verpackungen. 5 l Tetrapack auf dem Fahrrad? Die Bäuerin war so nett, uns einApfelmangoschorle in die Radflaschen einzufüllen. Vielen Dank nochmal, das war Lebensrettung! Und ganz besonders fein!
Kurze Pause im Hotel, dann Besichtigungs- und Kunstprogramm:
Im Dom, der wunderbar hell und lichtdurchflutet ist, gab's alte und neue Kunst, auch von Tilman Riemenschneider. Aber ist dies auch von ihm?:
Leider hatten wir keine Zeit mehr, das Riemenschneiderhaus zu besichtigen und auch das Museum am Dom hatte schon geschlossen.
Faszinierend war der Mix aus moderner und alter Kunst, sowohl im Dom als auch im Neumünster:
Und auch im Kreuzgang , dem eigentlichen Lusamgärtlein, gab es moderne Akzente:
Schön immerhin, die vier Mulden mit Vogelfutter und Wasser. Das hat sich der Walter gewünscht, dass auf seinem Grabe, die Vöglein immer etwas zu essen finden. Doch die Stimmung im Lusamgärtlein ist trotzdem etwas triste. Es ist der Treffpunkt eines Altersheims in der Nähe. Das zieht etwas runter.
Aber trotzdem das Gedicht des Tages
Ich saz ûf eime steine
und dahte bein mit beine:
dar ûf satzt ich den ellenbogen:
ich hete in mîne hant gesmogen
daz kinne und ein mîn wange.
dó dâhte ich mir vil ange,
wie man zer welte solte leben.
deheinen rât kond ich gegeben,
wie man driu dinc erwurbe,
der keines niht verdurbe.
diu zwei sint êre und varnde guot,
daz dicke ein ander schaden tuot:
daz dritte ist gotes hulde,
der zweier übergulde.
diu wolte ich gerne in einen schrîn.
jâ leider desn mac niht gesîn,
daz guot und weltich êre
und gotes hulde mêre
zesamene in ein herze komen.
stîg unde wege sint in benomen:
untriuwe ist in der sâze,
gewalt vert ûf der strâze:
fride unde reht sint sêre wunt.
diu driu enhabent geleites niht,
diu zwei enwerden ê gesunt.
Ich saß auf einem Steine
Und deckte Bein mit Beine,
Drauf setzte ich den Ellenbogen
Und hatt in meine Hand gezogen
Mein Kinn und eine Wange.
Da dacht' ich sorglich lange,
Weshalb man auf der Welt sollt' leben.
Ich konnte mir nicht Antwort geben,
Wie man drei Ding erwürbe.
Daß kein davon verdürbe,
Die zwei sind Ehr und irdisch Gut,
Das oft einander schaden tut,
Das dritt ist Gottgefallen,
Das wichtigste von allen.
frieda: Ja da sitzt er ja!
Natürlich haben wir den Dom und Neumünster und die Marienkapelle angeschaut
Würzburg lässt sich einfach nicht an einem Nachmittag abhaken.
Eine kleine Geschichte hat mir besonders gut gefallen. In der Marienkapelle ist ein Schrein, von Macarios dem Schotten. Der ist berühmt geworden für sein "Weinwunder". Nun sollte man glauben, er habe es dem Herrn bei der Hochzeit zu Kanaan nachgemacht. Weit gefehlt. Er war überzeugter Antialkoholiker und trank nie Wein. Der Herr hat im den Gefallen getan und seinen Wein im Glas in Wasser verwandelt! Auch nicht schlecht, oder?
So und jetzt noch der 2.Irrtum des Tages:
Ich war schon immer der Meinung, dass die prächtige Burg oben über den Weinbergen, die berühmte Fürstbischöfliche Residenz sei, mit der Weltkulturerbetreppe von Balthasar Neumann. Wann immer ich auf der Autobahn nach Berlin gefahren bin. habe ich mir geschworen, diese schöne Burg mal zu besuchen. Also asten wir die vielen Treppen nach oben.
Und ein prächtiger Ausblick auf die Stadt. Aber da!! Die Residenz liegt unten, der große Palast hinten rechts! Das ist die Residenz. Wir sind auf der Festung Marienberg! Dumm gelaufen!
War trotzdem schön!
So und jetzt ist Frieda dran!
frieda: Ja die Strecke war eine Überraschung, statt romantischem Flußradeln gab's asphaltierte Radwege, topfeben, auf denen man super schnell fahren konnte. Das macht auch Spaß, wenn man durch geniales Hin-und Herschalten in den oberen vier Gängen mit 20-25 Km/h dahinradeln kann. Also 25, wenn' auch ganz leicht bergab geht, ja klar.
Lange habe ich aber gehofft und mich gegen den Manne durchgesetzt: Nein, wir kürzen nicht ab, wir radeln den Mainweg ab. Aber dann war der Main so lange und so weit weg... siehe oben,sind wir den Radweg nach Würzburg gefahren. Es war mega-heiß! Und wir hatten kein Wasser mehr!
Und an der höchsten Stelle kam ein Biobauernhof mit einem Laden, gibt's da was zu trinken?
Eigentlich nicht, Erdbeersecco, Apfelsaft, viel Leckeres zu essen, aber alles in großen Verpackungen. 5 l Tetrapack auf dem Fahrrad? Die Bäuerin war so nett, uns einApfelmangoschorle in die Radflaschen einzufüllen. Vielen Dank nochmal, das war Lebensrettung! Und ganz besonders fein!
Kurze Pause im Hotel, dann Besichtigungs- und Kunstprogramm:
Im Dom, der wunderbar hell und lichtdurchflutet ist, gab's alte und neue Kunst, auch von Tilman Riemenschneider. Aber ist dies auch von ihm?:
Leider hatten wir keine Zeit mehr, das Riemenschneiderhaus zu besichtigen und auch das Museum am Dom hatte schon geschlossen.
Faszinierend war der Mix aus moderner und alter Kunst, sowohl im Dom als auch im Neumünster:
Und auch im Kreuzgang , dem eigentlichen Lusamgärtlein, gab es moderne Akzente:
Würzburg war sehr belebt, vor allem auf der Marienbrücke war eine schöne Abendstimmung und die Leute haben Silvaner und Sekt gesüffelt:
Das haben wir auch! und wir haben lecker gegessen: Bachsaibling...so lecker.
Und geht perfekt mit dem süffigen Silvaner vom Main. Hach das ist doch was anderes als dieses Kaminbier aus Bamberg.
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